Wort-Körper / Christa Kempf
Analoge Farbfotografie mit Lochkamera, Lambdaprint auf Alu-Dibond, Parrafin/Wachsguss, Plexiglas
Wort-Körper richtet plastisch und fotografisch den Blick auf Lippen und Mund, welche gemeinsam als Wort formender und sinnlicher Körperteil eine vielschichtige Dimension besitzt. Die Lippen sprechen und drücken aus, auch ohne verbale Sprache, sind immer kommunizierend. Sie fühlen sich „in die Welt“ und zeigen Ihren Ausdruck. Sie verzaubern durch ihren Anblick und können im nächsten Augenblick alle Verzauberung auflösen. Unser Blick in das Gegenüber des Anderen lässt uns lesen, in nur kurzen Zeitsequenzen erhalten wir einen Eindruck, machen uns ein gefühltes Bild und können „hineinsehen“; das Spiel mit den Lippen, die vielen kleinen Bewegungen im Gesicht geben uns Orientierung, lassen uns den anderen erleben, begreifen und fassen. Analoge Kommunikation kann man es nennen, die Anwesenheit des Anderen, seine Körperlichkeit, die unzählbaren Bewegungen in ihrer Ganzheit. Was bringt uns in Verbindung? Was lässt uns den anderen in seinem Sein begreifen? Das Gehörte, das Gesehene? Wort-Körper – geformtes, in Wachs gegossenes Gefühltes – unzählige alltägliche, vergängliche Betrachtungen.
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