LUST AM SEHEN
ALFRED FLATTINGER
Figurale Kompositionen und Landschaften sind die zwei Grundthemen, auf die das grafische Arbeiten von Alfred Flattinger ausgerichtet ist.
Die Ausstellung besteht durchwegs aus Zeichnungen und Druckgrafiken, da diese sein angestammtes Metier sind. Die Druckgrafiken – in erster Linie Lithografien – basieren auf Bleistiftskizzen. Bleistift oder Farbstift sind für ihn das unmittelbarste Medium bei der Auseinandersetzung mit diesen Motiven.
Die gezeigten Arbeiten mögen für den Betrachter auf den ersten Blick unvollständig erscheinen. Im Gegensatz zu den früheren Arbeiten will sich Alfred Flattinger durch ständiges „Ausräumen“ während des Darstellungsprozesses nur noch auf Wesentliches beziehen. Aus vielen Figural- und Aktstudien entwickelte sich das Thema der gesellschaftlichen Verhältnisse in den unterschiedlichsten Formen. Die Kompositionen sollen einen weiten Interpretationsspielraum zulassen: Menschen auf der Flucht, Menschen am Arbeitsplatz? Beziehung, Beziehungslosigkeit, Alltagsgespräche? Die Titel der Bilder weisen auf Kommunikationszugänge und Wortfetzen in der Alltagssprache hin. Ob die vorangehenden Bleistiftskizzen als Vorlage für grafische oder malerische Arbeiten geeignet sind, bleibt offen.
Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Entwicklung von Characters – also Menschentypen, wie sie in Comics oder Grafik Novels einfließen. Die gezeigten Arbeiten werden zum Teil aus diesem Hintergrund gespeist.
Das scheinbar Ungeordnete in der noch unberührten Natur, die es auch in der unmittelbaren Umgebung gibt, ist für Alfred Flattinger unerschöpfliche Thematik. Die je nach Jahres- und Tageszeit wechselnden äußeren Bedingungen lassen dasselbe Motiv ständig in neuem Licht erscheinen. Das Zeichnen im Botanischen Garten mit Peter Kuba und der damit verbundene Austausch ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit.